Schwerpunkt der Naturheilpraxis

Die Blutegeltherapie – auch Hirudotherapie genannt – gehört zu den traditionsreichen Verfahren der Naturheilkunde. Gleichzeitig werden medizinische Blutegel heute in unterschiedlichen medizinischen Bereichen eingesetzt und wissenschaftlich untersucht.
In meiner Praxis steht nicht die Methode allein im Mittelpunkt, sondern die Frage, ob sie zu Ihrer persönlichen Situation passt. Deshalb beginnt jede Behandlung mit einem kostenfreien Vorgespräch und einer sorgfältigen Anamnese.
Was bei der Blutegeltherapie geschieht
Medizinische Blutegel werden für eine begrenzte Zeit an ausgewählten Hautstellen angesetzt. Beim Saugen geben sie verschiedene Speichelbestandteile in das Gewebe ab. Zu den bekannten Bestandteilen gehören unter anderem Hirudin, Calin und Eglin. Sie werden mit lokalen Vorgängen der Blutgerinnung und Entzündungsregulation in Verbindung gebracht.
Für die Behandlung verwende ich medizinische Blutegel der Biebertaler Blutegelzucht GmbH. Charge und Anwendung werden vollständig dokumentiert. Jeder Blutegel wird nur einmal verwendet und anschließend an die Bezugsquelle zurückgesendet.
Mögliche Anwendungsbereiche
In meiner Praxis wird die Blutegeltherapie unter anderem bei folgenden Beschwerden eingesetzt:
- Tennisarm
- Kniearthrose
- Rückenschmerzen
- Beschwerden am Daumensattelgelenk
- Tinnitus
- Venenbeschwerden
- Hämatome
- Gicht
Die Blutegeltherapie gehört in vielen dieser Bereiche zur Erfahrungsmedizin. Zur Anwendung bei Kniearthrose und chronischen Rückenschmerzen liegen zudem klinische Studien vor. Sie berichten über mögliche Verbesserungen von Schmerzen und Beweglichkeit, sind jedoch in Teilnehmerzahl und Beobachtungsdauer begrenzt. Aus den Ergebnissen lässt sich deshalb kein Erfolg im Einzelfall ableiten.
Blutegel in der klinischen Medizin
Medizinische Blutegel werden nicht nur in naturheilkundlichen Praxen eingesetzt. In der plastischen und rekonstruktiven Chirurgie kommen sie beispielsweise bei bestimmten venösen Stauungen zum Einsatz. Auch die Klinik für Naturheilkunde des Katholischen Klinikums Bochum beschreibt die ambulante und stationäre Blutegelbehandlung.
Dieser klinische Einsatz und die naturheilkundliche Anwendung betreffen unterschiedliche Behandlungssituationen. Gemeinsam zeigen sie, dass die Blutegeltherapie kein Relikt vergangener Zeiten ist, sondern ein bis heute genutztes medizinisches Verfahren.
So läuft die Behandlung in meiner Praxis ab
1. Kostenfreies Vorgespräch
In einem etwa 15–20-minütigen Gespräch klären wir Ihr Anliegen und ob eine Blutegeltherapie grundsätzlich infrage kommen könnte.
2. Anamnese und Vorbereitung
Vor der Behandlung besprechen wir bisherige Diagnosen und Behandlungen, Medikamente, Allergien, Wundheilung und weitere gesundheitliche Faktoren. Mögliche Gegenanzeigen werden individuell geprüft.
3. Anwendung
Die Behandlung dauert typischerweise etwa 90 Minuten. Anzahl und Ansatzstellen der Blutegel werden individuell festgelegt. Während dieser Zeit können Sie ruhig sitzen oder liegen.
4. Wundversorgung und Nachsorge
Nach dem Ablösen der Blutegel kann die Bissstelle noch eine Zeit lang nachbluten. Sie wird mit einem geeigneten Verband versorgt. Für die weitere Wundversorgung erhalten Sie persönliche Erläuterungen und schriftliche Nachsorgehinweise.
Risiken und Gegenanzeigen
Die Nachblutung gehört zum typischen Verlauf der Behandlung. Daneben können Rötung, Juckreiz, Schwellung, Veränderungen der Haut, Wundheilungsstörungen, allergische Reaktionen oder Infektionen auftreten.
Vor der Anwendung klären wir deshalb unter anderem Blutungsneigung, gerinnungshemmende Medikamente, Blutarmut, Erkrankungen des Immunsystems, Allergien, Wundheilung und den Zustand der Haut. Medikamente dürfen für eine Blutegelbehandlung niemals eigenmächtig abgesetzt oder verändert werden.
Häufige Fragen
Ist die Behandlung schmerzhaft?
Das Empfinden ist individuell. Der Ansatz wird häufig als kurzes Ziehen, Brennen oder Stechen wahrgenommen. Im weiteren Verlauf spüren viele Menschen nur noch wenig von den Blutegeln.
Wie viele Behandlungen sind erforderlich?
Das hängt vom Beschwerdebild, dem Verlauf und der persönlichen Situation ab. Eine sinnvolle Einschätzung ist erst nach dem Vorgespräch möglich.
Wie lange dauert eine Behandlung?
Planen Sie für die Anwendung typischerweise etwa 90 Minuten ein. Die tatsächliche Dauer kann variieren.
Werden die Blutegel wiederverwendet?
Nein. Jeder Blutegel wird nur einmal eingesetzt. Die Behandlung wird chargenbezogen dokumentiert; anschließend werden die Blutegel an die Bezugsquelle zurückgesendet.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Das hängt von Ihrem Versicherungsvertrag ab. Bitte klären Sie eine mögliche Erstattung vorab direkt mit Ihrer Krankenversicherung.
Studien und weiterführende Informationen
- BfArM: Leitlinie zu Blutegeln in der Humanmedizin
- Katholisches Klinikum Bochum: Blutegelbehandlung
- Michalsen et al.: randomisierte Studie zur Kniearthrose, PMID 14597456
- Stange et al.: randomisierte Studie zur Kniearthrose, PMID 22305242
- Lauche et al.: systematische Übersichtsarbeit zur Kniearthrose, PMID 23446069
- Hohmann et al.: randomisierte Studie zu chronischen Rückenschmerzen, PMID 30636672
- Boissiere et al.: systematische Übersichtsarbeit zu venöser Stauung, PMID 33564571
Persönlich klären, ob die Behandlung zu Ihnen passt
Das kostenfreie Vorgespräch dauert etwa 15–20 Minuten. Sie können Ihre Fragen stellen und erhalten eine erste Einschätzung zum weiteren Vorgehen.
Medizinischer Hinweis
Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keine individuelle Diagnose und Aufklärung. Bei akuten Beschwerden, starker Blutung, Infektionszeichen oder deutlicher Verschlechterung ist medizinische Hilfe erforderlich.